Klänge & Farben – interaktives Kunstprojekt (2022)

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Dorissa Lem (Livepainting) & Michael Denhoff (Campanula)

 

 

 

Vom 17. Februar bis zum 5. Mai 2022 trafen sich die Künstlerin Dorissa Lem (Malerei & Skulptur) und der Musiker Michael Denhoff (Komposition & Violoncello) zu insgesamt sechs öffentlichen Sessions, bei denen beide improvisierend und aufeinander reagierend Klänge und Farben - sich gegenseitig spontan beeinflußend - entstehen ließen.

Sichtbares Ergebnis sind zwei großformatige Bilder, deren prozesshafte Genese über die sechs Treffen in Ausschnitten oder auch in Gänze (4. und 6. Termin) videographisch dokumentiert sind.

Zudem wird in Kürze auch eine gedruckte Broschüre zu dieser gemeinsame Arbeit vorliegen.

 


 

Video-Dokumentation:

 

1. Treffen – 17. Februar 2022 (Auszüge)

 

Set 1.A:

 

Set 1.B:

 

 

2. Treffen – 3. März 2022 (Auszüge)

 

Set 2.A:

 

Set 2.B:

 

 

3. Treffen – 17. März 2022 (Auszüge)

 

Set 3.A:

 

Set 3.B:

 

 

4. Treffen – 31. März 2022 (komplett)

 

Set 4.A:

 

Set 4.B:

 

 

5. Treffen – 14. April 2022 (Auszüge)

 

Set 5.A:

 

Set 5.B:

 

 

6. Treffen – 5. Mai 2022 (komplett)

 

Set 6.A:

 

Set 6.B:

 

 


 

Der Künstler Andreas Reichel, der beim 3. Treffen unter den anwesenden Gästen war, schrieb daraufhin folgenden Text:

 

 

Session 1 

 

Verschossene Tulpen neben der Staffelei, (rotgelbe Schreie mit weit aufgerissenen Mündern), nebenan Sicherungen, Sicherungen hab ich keine!, sagte D. eingangs, Werkversicherungen.  Sicherungen, eine ganze Batterie in der Atelierecke (immer eine Batterie unter dem Stuhl, forderte Josef Beuys).  

Jetzt schaben, kratzen Bogenhaare auf Cellosaiten, und Metallspachtel auf gefurchter  Holzplatte, der gleiche Sound. Weiß und Ocker flächig aufgeputzt. Goldener Ocker M.`s  Schuhe, lederbraun die Campanula. Lederhose, blaue, altmeisterlich blaue Schürze an D., von  oben durch eine Lichtkuppel blickt eine seltene Douglasie, blickt auf Gekratze und Geschabe, die Töne locken.  

Geschubberkonzert weithin (ohne Schubert). Es vermehren sich die Ockertöne, Braune  überall, feste braune Erdung, guter Dung. Und aktuell und über alles hin Saharasand von letzter Nacht, das Flugpuder, weit gereister Feinstaub wie Mikrotöne und hochschwingende Obertöne der vielen Extrasaiten, Campanula. Nun von den Ecken her ein Einfließen gegen armweites Kreisen. Der Bogen zieht zart auf Fingerspitzen immer höher als das Gespachtel, immer auf der Hut, Hut ab, will doch eine Melodie anschlagen und erhaschen, Schubert, etwa  die Erdsymphonie. Die Bewegungen sind sich einig, schwingen gemeinsam. Der goldene Ring am Finger hüpft wie Wetterhahn, findet glockenhelle Töne auf Kirchturmspitzen. Das lockt das Blau auf den Plan, von oben mitten hereingestrichen, einmassiert. Zu nennen liebevoll, bis der Kratzer einen Strich macht, der Bogensaitenkratzer einen Strich macht unter der blauen Liebelei. Tiefe Töne, dicke Saiten, braunes Schnurren, Schwarz im Kreisel, die  Rechtshänderin zieht mit rechter Hand, mit rechtem Spachtel schwarz ins Gericht  (unermessliche Entschiedenheit, es glühen die Batterien), nämlich Hornissen im Gepäck, nämlich Hornissenschwarm neben rotgelben Tulpen ins Feld und doch kein Kreis. Alles zieht ins Finstere, Schluss mit Ockerlederbraun, das Blau von Gestern wird heute grau gefurchter Acker, das Feld bestellt, Stakkato, Stakkato, stak kato, stktt – oh!  

 

 

Session 2 

 

Nächster Start auf Zitronengelb und Weißblau, Preußisch dunkel auf Holzbrett, die Tafel, es quietscht, sagte D., kaum auszuhalten! 

Wieder beginnen mit Gelb, die Goldpalette, nämlich geronnener Saharastaub in Öl eingelegt, aus Tuben gepresst, gescharrte Töne und getupft, zart wie Grasharfe, Saharagras, Harfe wie Resonanzsaiten, gezupft. Wie scharfe Schafe aufs Geratewohl. Will doch nicht so einen Krach machen!, sagte die Malerin, du mit deinem Flageolett! Ich kratze lauthals.  Jetzt reist die Musik aus und Braun reißt ein, Sandocker, Madderlake wie Feldarbeit, und  immer von oben nach unten. Das Cello spielt Gitarre, spielt Campanula. Die Malerin hört zu,  sieht ihre Handarbeit, zieht ihre Kreise, streicht Rotbraune herunter. Der Musiker hört auch und sieht auch zu. Wer Ohren hat zu hören, der sehe. Die Dunkelheit wohnt in den Ecken. Rechte Saite, dunkle Saite. Rechte Seite schweres Dunkelkönigsblau. Das Quietschen wird gequetscht, gedehnt. Dehnung und gelbe Quetschung ab und zu ab- und zugedeckt und getupft, abgezupft. Nämlich die Zunge kommt ins Haspeln. Ab und zu gedeckte Töne, Geklingel nur der Obertöne, Flageoletttöne, Geklingel nur im Ohrenstübchen,  ohrenbetäubendes Geklingel, gekratzt, geschabt, die ganze Palette abgetastet mit spitzer Spachtelkante, die Leinwandtöne und die Cellomalerei, ein Rhythmus, scharfe Schafe auf der Weide, eine Steigerung, ein Sport der Zwischentöne, nur zwischen den Tönen. Ab und zu ein Für und Wider.  

Es ist nun nicht mehr quietschig bunt, mehr ein Absteigen, wir nennen es Verdichtung, erst wenn alle da sind (ist gut). ab und zu sind alle da. 

Ab und zu ist gut. Alle Vögel sind schon da, nämlich die Tulpen (sieh da, Saharasand!).

 

Andreas Reichel /o4o42o22 

 

 

 Dorissa Lem (A) "Campanula 1" (110 x 140 cm)

 


 

Die freie Autorin und dramaturgische Lektorin für Romane und Drehbücher Sibylle Spittler beobchtete drei der Treffen und schrieb folgenden Text:


Stimmungen. Schwingungen.
Beobachtetes und Erhörtes bei „Klänge & Farben“.
Mehr Fragen als Antworten von Sibylle Spittler.

Das Setting: Ein lichtes Atelier. Zwei geweißte Tischlerplatten auf hölzernen Staffeleien. Davor: Farbtuben, Pinselreiniger, Lappen, einige Farbspachtel. Und Dorissa Lem. Daneben: Michael Denhoff. Er sitzt auf einem Stuhl, stabilisiert seine Campanula auf dem rauen Betonboden. Locker in seinen Händen, der Bogen. - Abwarten.

Das Projekt: Eine interaktive, genreübergreifende Improvisation zwischen Michael Denhoff und Dorissa Lem. Zwischen Musik und Malerei, einem Instrument und einer Leinwand, zwischen Bogen und Spachtel, Tönen und Farben, Mann und Frau. 6 Treffen mit je 2 Sessions. Bei dreien werde ich dabei sein. Am Ende sollen zwei Gemälde stehen. - Und...?

Bild 1. Der Beginn. Weiß auf Weiß: Ein kleiner Halbkreis, dann noch einer, etwas größer. Kaum sichtbar. Dann Gelb auf Weiß. Schwarz auf Weiß. Und auf Gelb. Immer größere Kreise. Immer neue Farbschichten überziehen, überdecken, verändern die anderen. Der Spachtel verteilt die Pigmente mal rau, mal zärtlich auf dem Holz. Dazu streicht der Bogen wie forschend über die Saiten der Campanula. Mal rau, mal zärtlich. Helle Töne vibrieren über dunklen Farben. Die sechzehn feinen Resonanzsaiten schwingen sphärisch zur Vereinigung von Weiß und Grau.

Kann man Töne malen? Haben sie eine visuelle Entsprechung? Ich muss an jene Menschen denken, die Töne als Farben wahrnehmen. Synästhesie. Ein Ton kreiert einen Farb-Ton. Ist ein C Blutrot? Ein A Van-Gogh-Blau? Welche Farbe hat ein Fis? Und kann umgekehrt auch die Malerei im Augenblick ihrer Entstehung einen speziellen Klang auslösen, ihn sogar bedingen? Was also entfesselte jenen dissonanten Akkord, der gerade ertönt: Jene Farb-Insel dort aus hellem Schwefelgelb, die nun jäh von einem tiefem Schwarz zerrissen wird?

Da dreht sich der Spachtel in den Händen von Dorissa Lem, wird zum Messer, ritzt und kratzt nun über die Oberfläche, wie suchend, was darunter wohl verborgen sei. Bogen und Spachtel treten in rhythmischen Dialog, re-agieren, ihrer beider Töne verweben sich zu einem eigenständigen Klanggebilde: Schab, streich, ritz, zupf, schleif, schwing, klopf, sirr...

Wie entsteht die Inspiration für genau jenen, nun gespielten Ton des Musikers, für genau jenen Farbton, zu dem die Malerin nun greift? Wie der Impuls zum Wechsel des gerade noch zögerlichen Farbauftrags hin zu grobem Druck des Spachtels? Vom sanften Streichen der Saiten zum nervösen Pizzicato?

Bild 2. Parallele Farb-Bahnen auf weiß grundiertem Holz. Vertikal. Blau. Schwarz. Gelb. Gelb wird zu Grün. Blau zu Grau. Die Klänge dazu tastend, schwebend, dann wie verstimmt. Mal quietschend, mal klagend, leise, fahl, einsam. Kalt. Sich überlagernd in ihren tonalen Farben wie jene kolorierten, ineinander und übereinander laufenden Linien auf dem Bild. Farb-Töne. Stimmung und Schwingung.

Wie prägen die äußeren Gegebenheiten den inneren Prozess des kreativen „Fließen-Lassens“? Wie beeinflusst die zeitgleiche Entstehung eines zweiten Kunstwerks den künstlerischen Ausdruck? Was davon findet sich am Ende wieder? Was bleibt sichtbar, hörbar - existent?


Das eine Bild nun eher blaugrün. Das andere eher orangegrau. Das alles wir sich radikal ändern. So radikal wie die kräftigen Hiebe, mit denen Dorissa Lem jetzt die Tischlerplatte bearbeitet. In beiden Händen hält sie je einen großen Spachtel, wie zwei Beile, und hackt auf das farbige Holz ein. Gibt einen brutalen Takt vor, der von der Campanula mit schrillen Klängen erwidert wird. Farben werden gespalten. Bizarre Töne zerreißen jegliche Melodik. Das Bild wird zur geschundenen Skulptur. Zweidimensional zu dreidimensional. Fast erwarte ich Blut, das ausströmt. Die Musik schreit dazu, ein schreckliches Ertönen.

Die Zerstörung der flachen Farbschichten durch die Schläge kreiert ein neues, ein jetzt körperliches Wesen. Doch während so das Bild immer weiter an Gestalt gewinnt, zur eigenen Gestalt wird, verklingen die Töne weiterhin nur Sekunden, nachdem sie gespielt wurden. Die Musik entsteht wie das Bild in jedem Moment neu, doch sie überdauert auch nur ihn. Kaum geboren, erstirbt der Klang schon wieder. Manchmal darf er ein paar Sekunden leben... schwingen... schweben... und was dann?

Schlag um Schlag wandelt sich das Gemälde zur Skulptur; überlagern neue Farben ältere Schichten, vermengen sich, harmonisierend, kontrastierend, sich immer verändernd. Dazu zupft Michael Denhoff jetzt nur leicht die Resonanzsaiten seiner Campanula. Leise. Filigran. Stimmungen. Schwingungen. Ich werde Zeugin eines momentanen Gesamt-Kunstwerks aus Tönen und Farben. Tonfarben. Die einen: erklingend. Die anderen: sich visualisierend. Ein Werk, von dem jedoch nur der visuelle Teil überdauern wird. Oder? Der Wettstreit der Kunstgattungen scheint für mich nur einen Sieger zu kennen. Denn die Töne sind flüchtig. Nicht festzuhalten. Das Skulpturen-Bild jedoch bleibt. Sichtbares Zeichen seiner Entstehung. Und doch war jene einst ja existentiell bedingt von den gleichzeitig auflebenden Klängen... also: wo bleibt die Musik?

Ist die Musik in den Bildern? Bleibt sie in ihnen existent? In ihren Farben, die nun „gehört“ werden können? Klänge und Malerei entstehen parallel - sind sie aber nur im Zeitpunkt dieses Entstehens auch gemeinsam erfahrbar? Sieht denn der Betrachter später im Bild all jene Töne, die die Farben und Strukturen mitbestimmt haben? Spürt er jene Klänge, die die Tiefe der Kerben im Holz geprägt haben? Ahnt er die musikalische Bedingung ihrer Entstehung? Bilder klingen nicht... aber sie schwingen... sie lösen etwas in uns aus. Was schwingt vom sie einst begleitenden Klang durch sie zu uns weiter?

Dorissa Lem ist vor der letzten Doppel-Session leicht angespannt. Das eine Bild scheint ihr quasi schon „fertig“, das andere hat sich irgendwie verschlossen. Doch beide werden heute nochmals bearbeitet. Leicht skeptisch geht sie ans Werk: Was wird passieren? Die Campanula weist ihr den Weg. Es folgen radikale Transformationen. Das einst fast „hübsch“ zu nennende, orangegraue Bild explodiert zu einem düsteren Krieg der Farben. Das Blaugrün des zweiten eckt nun rau und spannend an dunkles Gelb und Rot. Die Malerin lässt die Spachtel sinken. Ein singender Ton schwebt noch durch den Raum. Abwartend. Fragend: Bist du dir sicher? Sekunden verstreichen. Dann Stille.

Was bleibt, sind zwei fertige Bildreliefs, wie ich sie nennen würde. Auch wenn alle Töne und Melodien längst verklungen sind, kann man sie von nun an noch weiter sehen, riechen, ertasten. Doch wo sind jetzt die Klänge? Neu materialisiert in den Farben? Würde man die originale Musik bei der Betrachtung der Bilder abspielen, würde man sie dann als deren Zwilling erkennen? Wenn die Musik zu Bild 1 fälschlicherweise zu Bild 2 ertönte, würde man diese Unstimmigkeit bemerken? Oder würde einfach ein neues Kunstwerk entstehen...? Aus Stimmungen. Und Schwingungen.

 

 

 Dorissa Lem (B) "Campanula 2" (110 x 150 cm)

 


 

Am Ende des 4. Treffens kam es zu einem Gespräch mit dem Publikum.

Ein kleiner Auszug:

 

Stimme aus dem Publikum:

… behindert Ihr Euch auch manchmal gegenseitig?

Michael Denhoff:

Mal ist man Sender, mal Empfänger …

P:

Aber fühlst Du Dich dabei beim Malprozess behindert, Dorissa?

Dorissa Lem:

Nein, ich mache ja mein Ding und Michael auch – und trotzdem gibt es da einen Bezug … das kann man aber nicht so ganz logisch aufdröseln.

MD:

Es gibt Strecken, wo das Machen & Improvisieren – ich möchte fast sagen – gestisch synchron wird, wenn das Geräuschhafte des Malens mit Spachtel es fast nahelegt, dies zu tun … man reagiert fast automatisch, so, wie wenn jemand lauter redet und man dann selber auch lauter wird, um noch Gehör zu finden. 

DL:

… als ich eben hier unten war (am Bild), dachte ich, jetzt sind wir gleich fertig, aber dann ging es doch weiter, ich glaube, Michael hat das initiiert; wir kamen dann noch mal in so eine Steigerung rein

MD:

Ja, das war fast so eine kleine Coda, wenn ich musikalisch sprechen würde …

P:

… dafür bedarf es aber wohl eines gleichen Levels an Kunstfertigkeit. Es ist doch wirklich wichtig, dass dabei beide Könner ihrer jeweiligen Disziplin sind!

DL:

Es gibt aber Könner, die machen einfach ihren Stiefel … der Wille, die Bereitschaft, miteinander in Resonanz zu gehen, die erfordert ja auch ein Wahrnehmen des Anderen, nicht nur wahrnehmen, wie wenn man zusammen spielt und die Noten sind gleich – das ist ja klassisch … aber wenn wir jetzt mit zwei unterschiedlichen – ich sag jetzt mal – Instrumenten arbeiten, wollen wir ja miteinander was kreieren, was sonst nicht passieren würde. Ich frag mal, wie habt Ihr das denn erlebt, was ist Euch aufgefallen?

P:

Ich glaube, man muss sich ja auch öffnen, wenn man malt oder spielt und diese Öffnung war von Euch beiden spürbar – und nur dadurch kann überhaupt etwas passieren; für mich war sehr viel Miteinander und Bewegung da, manchmal kam man aufeinander zu …

MD:

Mir ist z. B. dies aufgefallen: es gab da ja so harmonische Felder, in denen ich mich bewegte – und dann kommt plötzlich ein ganz neuer Ton, eine ganz neue Tonalität, eine andere Gestik rein, da hat Dorissa die Farbe gewechselt oder auch umgekehrt, ich habe dann auch – als das Gelb kam – in eine andere, neue Tonfarbe moduliert.

P:

… man muss dann das, was man fühlt, aber auch umsetzen können …

MD:

… natürlich, völlig richtig!

DL:

… es ist die Bereitschaft und die Fähigkeit, auf dem Instrument intuitiv zu reagieren und zu spielen

MD:

… ich meine, es ist ja auch in irgendeiner Weise das verlängerte Instrument meiner Sprache, meines Körpers – und das, so glaub ich, spielt eine wichtige und zentrale Rolle.

P:

… und die Psyche auch!

MD:

Natürlich, sicher, klar, jaja!

DL:

Als wir uns in der Jahreswende getroffen haben, hatte ich schon Lust, Michael zu fragen, aber er hat mir die Brücke gebaut, als er sagte, er habe in letzter Zeit auch mehr improvisiert. Da hab ich gedacht, ja, das klingt gut … (Lachen im Publikum …)

MD:

Es gibt auf Youtube viel „Komponiertes“ von mir zu hören, vom Streichquartett bis hin zur Opernszene ... Beim Improvisieren kommen aber Dinge zustande, die beim normalen Komponieren nicht passieren würden. Eine Komposition funktioniert völlig anders. Dennoch ist es aber auch da zunächst so: wenn ich anfange, weiß ich noch nicht, wo ich landen werde, ob ich abbrechen und neu anfangen muß. So ist das, wenn man für sich alleine am Schreibtisch sitzt. Da sind es die eigenen Maßstäbe, die eine Rolle spielen, das innere Messer, das wegschneidet: das ist Mist, das kannst du nicht gebrauchen, diese Setzung bringt dich nicht weiter …

aber hier beim Improvisieren – und dabei gleichzeitig ja auch Reagieren – entstehen Möglichkeiten und die Freiheiten des Zufalls / des Zu-Fallens: nicht notierbar in herkömmlicher Notenschrift! – ein aufregendes Erlebnis für mich, jedes Mal wieder!

 

 

 

 

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Michael Denhoff

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